Nützliche
Infos für Eltern von banyobanyo.de
Kinder WC Sitz wc-sitz Toilettentriner
Auch die Kinder sind Familienmitglieder, welche sich schon nach
der Windel- und Töpfchenphase auf die Verrichtung ihrer kleinen
und großen Geschäftchen auf einer richtigen Toilette vorbereiten
sollen. Das Halten der Balance ist dabei für so einen kleinen
Körper auf der relativ großen Öffnung eines Standard WC mit
erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Es fühlt sich dort
nämlich sehr unsicher an. Eine praktische Hilfe bietet hier
ein Kinder WC Sitz.
Ein
Kinder WC Sitz sollte passgenau für die jeweilige Öffnung
des WC´s bei heruntergeklapptem Sitz aber offenem Deckel sein.
Standardgrößen decken einen weiten Bereich ab, doch es obliegt
den kaufenden Eltern bei ihrer jeweiligen Toilette einen Passtest
zu machen oder für den Einkauf die exakten Innendimensionen
der Sitzöffnung bereithalten.
Ein
kindgerechter Kinder WC Sitz schmiegt sich rutschfest der
Öffnung des regulären Sitzes an und verschafft so eine stark
reduzierte, sichere Öffnung für den Kinderpopo, um das Abstuhlen
und Urinieren aus ungefährlicher und stabiler Position
heraus durchführen zu können.
Der
Kinder WC Sitz sollte bei Nichtgebrauch in unmittelbarer Nähe
des WC aufbewahrt werden, viele Eltern machen das platzsparend
mit zum Beispiel einem Saugnapf an der Wand neben der Toilette.
In der Anfangsphase ist sicherlich noch etwas Hilfestellung
und Anleitung vonnöten, aber Kinder lernen meist schnell den
Umgang mit Dingen des täglichen Bedarfs. Besonders gut durchdachte
Kindersitze haben neben einem Stufenaufgang, auch große Haltegriffe
für die Junioren angebracht, es muss nicht zwingend immer
nur eine Einlegeplatte ohne weitere Funktionen sein.
Trockenwerden
– Toilettentraining
Im
Alter zwischen dem 18. und 36. Lebensmonat – frühestens bereits
ab dem zwölften Lebensmonat – zeigen Kinder, dass sie auf
die Toilette oder das Töpfchen möchten und nicht mehr gewickelt
werden wollen. Wenn Kinder diese Eigeninitiative zeigen, können
Eltern mit dem Toilettentraining beginnen. Dabei sind zwei
Dinge besonders wichtig: Eltern müssen dem Kind ein Vorbild
sein und ihm zur Selbstständigkeit verhelfen. Versäumen die
Eltern, das Vorhaben der Kinder – das Trockenwerden – zu unterstützen,
gewöhnt sich das Kind daran, willentlich in die Windel zu
machen. Später ist es mit einem großen Aufwand verbunden,
dieses Verhalten zu ändern.
Die
meisten Eltern beginnen mit der Sauberkeitserziehung, wenn
das Kind zwei Jahre alt ist, andere – wenn das Kind erst spät
signalisiert, dass es sauber und trocken werden will – warten,
bis es drei oder vier Jahre alt ist. Wenn Kindern der Drang,
die Blase oder den Darm zu entleeren, bewusst wird, äußern
sie dies in ihrem Verhalten. Eltern erkennen das an der charakteristischen
Haltung beim „Drücken“, die die Kinder dann einnehmen. Dieses
Bewusstsein ist die Voraussetzung zum Trockenwerden. Für die
Eltern stellt es eine Geduldsprobe dar, wenn ihr Kind keine
Eigeninitiative zeigt. Jedoch muss man sich nicht verunsichern
lassen: Der Reifungsprozess der Blasen- und Darmkontrolle
ist individuell sehr unterschiedlich und kann nicht beschleunigt
werden.
Generell
beherrschen Mädchen meist früher als Jungen ihre Blase und
ihren Darm. Viele Mädchen sind mit dreieinhalb Jahren bereits
weitestgehend trocken, Unfälle passieren selten. Bei Jungen
kann es hingegen bis zur Einschulung dauern, bis sie auch
nachts nicht mehr regelmäßig ins Bett machen.
Tipps
zum Trockenwerden
Der Entwicklungsprozess bei Kindern ist individuell sehr unterschiedlich.
Wenn das Kind Eigeninitiative zum Trockenwerden zeigt,
kann das Toilettentraining gestartet werden.
Kinder
lernen die Benutzung der Toilette hauptsächlich durch Nachahmung.
Daher ist es ratsam, die Toilettentür nicht vor dem
Kind zu verschließen. Eltern können ihr Kind bitten, zu sagen,
wann es muss, wenn es noch eine Windel trägt. Anschließend
ist es ratsam, die
Windel zu wechseln, um dem Kind zu vermitteln, dass es ernst
genommen wird.
Möchte
das Kind nicht das Töpfchen benutzen, können Hilfsmittel wie
ein Toilettensitz-Verkleinerer und ein Hocker vor der
Toilette eingesetzt werden. Bei Fehlalarm oder bei einem zu
späten Hinweis sollten die Eltern freundlich bleiben und den
Versuch loben.
Die Hose des Kindes sollte einen elastischen Bund und keine
Knöpfe oder einen Reißverschluss haben: So kann das Kind sich
selbstständig entkleiden und wieder anziehen.
Statt
Druck auf die Kinder auszuüben, ist es wichtig, dass Eltern
viel Geduld zeigen und sich nach dem Entwicklungstempo des
Kindes richten.
Wenn das Kind zuverlässig auf die Toilette gehen kann, empfiehlt
sich eine Belohnung wie schöne bunte Unterhosen.
Windeln und Wickeln
Heutzutage gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie und womit
ein Kind gewickelt werden kann. Ob Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln,
alle Arten haben Vor- und Nachteile. Welche Windeln verwendet
werden, muss jedes Elternpaar daher für sich selbst entscheiden.
Wegwerfwindel
Wegwerfwindeln werden in Deutschland erst seit den 1950er
Jahren verwendet. Es gibt sie in verschiedenen Größen, die
sich nach dem Gewicht des Kinds richten. Wegwerfwindeln sind
sehr praktisch in der Anwendung und werden nach dem Gebrauch
über den Hausmüll entsorgt. Aufgrund ihres Saugkerns bieten
sie einen guten Nässeschutz. Heute werden alle Wegwerfwindeln
nach der so genannten Breitwickelmethode hergestellt, welche
die gespreizte Beinhaltung provoziert und so einer Fehlentwicklung
der Hüfte entgegenwirken soll. Der Nachteil der Wegwerfwindeln
liegt in den hohen Kosten und der Umweltbelastung. Es gibt
inzwischen aber auch Öko-Wegwerfwindeln, die zumindest teilweise
leichter zersetzbar sind.
Stoffwindeln
Bei den Stoffwindeln gibt es immer noch die Wahl zwischen
herkömmlichen Mullwindeln und anderen Materialien. In Babyläden
und auch Naturläden stehen meistens verschiedene Produkte
zur Auswahl. Es gibt vorgefaltete Systeme, Bindewindeln, vorgeformte
Windeln und Modelle mit oder ohne Klettverschluss. In Fachgeschäften
kann man die verschiedenen Arten meistens an einer Puppe ausprobieren,
damit die Wahl leichter fällt. Inzwischen gibt es in vielen
Gegenden auch Windeldienste, bei denen man eine bestimmte
Anzahl Windeln pro Woche buchen kann. Diese Anbieter holen
die gebrauchten Windeln dann ab, übernehmen die Reinigung
und liefern frische Windeln. Über die Stoffwindel wird noch
eine Überziehhose angezogen, die aus Wolle, Baumwolle, Mikrofaser
oder ähnlichen Materialien bestehen kann.
Kinder,
die mit Stoffwindeln gewickelt werden, werden früher trocken
als Kinder, die Wegwerfwindeln tragen. Zudem ist der Faktor
der Umweltbelastung bei Stoffwindeln deutlich geringer als
bei Wegwerfwindeln. Stoffwindeln sind außerdem preisgünstiger,
da sie eine einmalige Anschaffung sind und auch für ein weiteres
Kind noch verwendet werden können.
Pflege
des Windelbereichs
Beim Wechseln der Windel kann der Po des Babys mit einem Waschlappen
und lauwarmem Wasser gereinigt werden. Dann wird der Windelbereich
mit einem anderen Tuch trocken getupft oder trocken gefönt.
Ein Pflegemittel ist nur notwendig, wenn die Haut gereizt
oder wund ist. Dann kann man eine abdeckende Creme ohne Parfum-
und Konservierungsstoffe verwenden. Dies trägt außerdem dazu
bei, einer Windeldermatitis vorzubeugen.
Wickeltisch
Ein Wickeltisch oder auch eine Wickelkommode ist hilfreich,
da die meisten Kinder bis mindestens ins dritte Lebensjahr
gewickelt werden. Er sollte eine ausreichende Arbeitshöhe
haben und an einem warmen Platz stehen. Sollte dies nicht
möglich sein, lohnt sich die Anschaffung einer Wärmelampe
über dem Wickeltisch. Der Rand sollte etwas höher sein, sodass
das Kind, auch wenn es sich drehen kann, nicht Gefahr läuft,
vom Wickeltisch zu fallen. Der Boden vor dem Wickeltisch sollte
leicht zu reinigen sein, falls einmal ein kleines Unglück
passiert. Als Auflage auf dem Wickeltisch ist eine abwaschbare,
weiche Matte hilfreich. Durch ein aufgelegtes weiches Handtuch
wird der Wickelplatz schön kuschelig für das Baby.
Info über Windeln und kinder wc-sitz
Die ältesten Windeln dürften wohl die Stoffwindeln sein, die
schon ......
Die
Höschenwindeln, sei es jetzt für Babys Kinder oder für Erwachsene,
gibt es eigentlich noch nicht allzulange. Früher wurden die
berühmten Gummihosen und Stoffwindeln sowohl bei den Babys
Kinder als auch bei den Erwachsenen Wc verwendet. Erfunden
wurden die Höschenwindeln schon Anfang der 50er Jahre von
der US-Amerikanerin Marion Donovan. Nachdem Donovan ihre Erfindung
mehreren Papierfabriken erfolglos angeboten hatte, erkannte
1956 der US-Amerikaner Victor Mills die Bedeutung dieser Erfindung,
da er zu dieser Zeit gerade Großvater wurde und keine Lust
mehr hatte, seinen Enkel umständlich zu wickeln. Er suchte
nach einer Lösung, denn es müßte doch auch anders gehen als
mit den Baumwollwindeln und Gummihosen. 1957 kaufte Procter
& Gamble die Chamin Paper Company in Green Bay (Wisconsin),
und Mills erhielt den Auftrag, sich für die Papiersparte neue
Produkte auszudenken. So beauftragte er seine besten Mitarbeiter,
eine Wegwerfwindel zu entwickeln. Nach ersten Produktions-
und Anlaufschwierigkeiten kam die "Pampers" 1961
auf den amerikanischen Markt, sorgte in Deutschland aber erst
ab 1973 für großes Aufsehen. Das Wort "Pampers"
kommt aus dem englischen "to pamper" und bedeutet
soviel wie "verwöhnen" oder "verhätscheln".
Vielen
ist auch nicht bekannt, dass die Höschenwindel gleich zweimal
erfunden wurde, erst 1961 von Victor Mills die nur aus Papier
bestehende "Hose" und dann von Carlyle Harmon und
Billy Gene Harper 1966 die durch Chemikalien saugfähiger gemachten
Papierlagen. Die erste Höschenwindel hatte eine schlichte
rechteckige Form und ihr Futter, das direkt auf der Babyhaut
lag, bestand aus Kunstseide, der Wäscheschutz war aus einfachen
Kunststofffolie. Dazwischen lagen zahlreiche Schichten Krepppapier.
Befestigt wurde die Windel noch mit Sicherheitsnadeln, die
Klebetapes kamen erst viel später dazu. Das Innenfutter war
teilweise vorgefaltet, damit sich die Windel besser an die
Beine des Babys anschmiegte. www.banyobanyo.de
In
Jahre 1968 brachte die Firma Kimberly-Clark eine neue Windel
für kinder und Baby mit der Bezeichnung Kimbies® heraus, die
statt der rechteckigen Form eine besser auf den Körper zugeschnittene
Passform hatte. 1976 kam von Procter & Gamble die Höschenwindel
Luvs® auf den Markt, die als erste Windel elastische Beinbündchen
hatte, welche ein Herauslaufen des Urins verhindern sollten.
Was jedoch das Innenleben der Windeln betraf, so entsprach
sie immernoch der Grundidee von Mills. Eine aus Papier bestehende
Füllung nahm die Flüssigkeit auf und das war auch das Problem
bei der ganzen Sache. Wenn nämlich Papier nass wird, verteilt
sich die Flüssigkeit schnell gleichmässig durch die gesamte
Papiermasse, wodurch sich die Gefahr des Wundreibens erhöht
und wenn auf das vollgesogene Papier irgendein Druck ausgeübt
wird, sei es durch Drücken oder darauf Sitzen, so gibt es
einen Teil der absorbierten Flüssigkeit wieder frei, was zu
weiteren Schwierigkeiten führt.wc .
Die
Entwickler versuchten lange diesen unerwünschten Effekt zu
vermeiden, indem sie statt dem Krepppapier verschiedene andere
Papiere verwendeten. Erst als Carlyle Harmon und Billy Gene
Harper auf die Idee kamen, das Papier so fein zu zerrupfen,
dass nur noch Zellulosefasern übrig blieben, konnten sie eine
deutliche Verbesserung der Saugeigenschaften feststellen.
Sie nannten den Füllstoff den sie verwendeten, einfach Fluff.
Die dennoch nicht überwundenen Schwächen dieses Füllmaterials
kompensierten sie damit, dass sie einfach immer mehr davon
in die Höschenwindeln packten. Durch die permanente Erhöhung
der Saugfähigkeit wurden aber die Höschenwindeln zunächst
auch immer dicker, was den Entwicklern doch Kopfzerbrechen
bereitete, da es sich negativ auf den Tragekomfort und den
Zellstoffbedarf, sowie Packungsgröße und Gewicht der Höschenwindeln
für Kinder und Baby wc auswirkte.
Carlyle
Harmon war bei Johnson & Johnson beschäftigt und Billy
Gene Harper arbeitete für Dow Chemical. Im Jahre 1966 reichten
beide praktisch fast identische Patente ein, ohne vom anderen
zu wissen. Basierend auf der Idee, das Problem durch Verwendung
eines besonderen Polymers zu lösen, das zu kleinen Flöckchen
geschreddert wurde, wies es die bemerkenswerte Eigenschaft
auf, Wasser bis zur dreihundertfachen Menge seines eigenen
Gewichts aufnehmen zu können. Billy Gene Harper und sein Team
beschrieben in ihrer Patentanmeldung, wie sie etwa zwei Gramm
dieses Polymers zwischen zwei quadratische Tücher aus feinem
Nylongewebe verteilten und die Tücher dann miteinander verbunden
hatten. Diese "Windel" wurde anschliessend an einem
rund sechs Monate alten Säugling praktisch erprobt. Etwa vier
Stunden nach dem Anlegen wurde die "Windel" wieder
abgenommen und gewogen. Sie brachte jetzt gut 120 Gramm auf
die Waage, die Flocken hatten etwa das sechzigfache ihres
Eigengewichts an Urin aufgenommen. Billy Gene Harper und Carlyle
Harmon gelangten beide damit zum Schluss, das Papierproblem
lasse sich nicht dadurch lösen, dass man die Höschenwindeln
mit immer dickeren Papierfaserwulsten auspolsterte. Eine Hand
voll des Polymers würde diese Aufgabe besser erledigen können.
Damit war auch bewiesen, dass diese Polymere für Höschenwindeln
eine vielversprechende Zukunft hatten.
Diese
Patente von Carlyle Harmon und Billy Gene Harper waren die
eigentliche Geburtsstunde der modernen Höschenwindeln. Es
sollte aber noch einige Jahre dauern, bis diese Patente wirklich
in den Höschenwindeln ihren Einsatz fanden. Etwa 1987 wurde
der Superabsorber bei den Höschenwindeln für Babys eingeführt
und einige Jahre später dann auch in den Höschenwindeln für
Erwachsene. Das Verblüffende ist, dass trotz der Gewichtsreduktion
und der damit verbundenen Verkleinerung der Dicke des Saugmaterials
die Höschenwindeln immer saugfähiger wurden. Den Forschern
gelang dieser Coup, indem sie neben der Saugfähigkeit des
Granulats auch dessen Verteilungseigenschaft für die Flüssigkeit
optimierten. Etwa ein Teelöffel voll Superabsorber reichen
pro Windel aus, um die schwere "Last" zu halten
und selbst unter Druck fast nicht mehr abzugeben.
Die
Höschenwindeln für Erwachsene, heute nur noch Inkontinenzslips
genannt, kamen bei uns erst etwa 1978 auf den Markt, die bei
uns unter dem Namen "Moltexal Großanwindel" vertrieben
wurde. Es war im Prinzip eine Betteinlage mit mehreren Flieslagen
und einer grauen Folie. Sie war so ähnlich gefaltet, wie die
ersten Pampers. Verschlossen wurde sie mit jeweils einem breiten
Klebestreifen an jeder Seite. Den Komfort von elastischen
Beinabschlüssen gab es damals noch nicht, die Windel war sehr
dünn, die Saugkapazität war im Vergleich zu den heutigen Windeln
sehr schlecht, auch von Auslaufsicherheit konnte damals noch
keine Rede sein.
Die
ersten Inkontinenzslips für Erwachsene, die einen für damalige
Verhältnisse brauchbaren Rücknässeschutz anboten, waren von
der Firma Procter & Gamble und wurden unter dem Namen
Attends vertrieben. Die Attends hatten innen eine Plastikfolie
mit trichterförmigen Löchern, die sich als Rücknässeschutz
bei Belastung schlossen. Mit der Weiterentwicklung der Höschenwindeln
für Babys wurde auch die Qualität der Produkte für Erwachsene
immer besser. Durch die immer besser werdende Saugfähigkeit
wurden aber die Höschenwindeln immer dicker, was den Entwicklern
doch Kopfzerbrechen bereitete.
Dass
Windeln um mehr als die Hälfte dünner und leichter wurden,
von über 220 Gramm Anfang der 80er Jahre auf heute nur noch
etwa 100 Gramm, ist ein Verdienst der Superabsorber. Etwa
1987 wurde der Superabsorber bei den Höschenwindeln für Babys
eingeführt und einige Jahre später dann auch in den Inkontinenzprodukten
für Erwachsene. Das Verblüffende ist, dass trotz der Gewichtsreduktion
die Windel immer saugfähiger wurde. Den Forschern gelang dieser
Coup, indem sie neben der Saugfähigkeit des Granulats auch
dessen Verteilungseigenschaft für die Flüssigkeit optimierten.
Ganze 25 Gramm an Superabsorber reichen pro Windel aus, um
die schwere "Last" zu halten und selbst unter Druck
fast nicht mehr abzugeben.
Inspiriert
durch die immer mehr auf den Markt drängenden unterschiedlichen
Höschenwindeln und Wc-Sitz für Baby ind kinder sowie Toilettentrainer
, machten auch die Entwicklung bei den Inkontinenzslips für
Erwachsene weitere Fortschritte. So werden heute eine Vielzahl
von unterschiedlichen Inkontinenzprodukten angeboten, passend
zur jeweiligen Inkontinenzform und den persönlichen Anforderungen
seiner Träger. Der neuste Schrei auf dem Inkontinenzsektor
sind die Trainingshosen oder auch "Pants", "Pullons"
genannt. Auch Produkte mit textilähnlicher Außenfolie drängen
immer mehr auf den Markt. Dagegen haben sich die Eigenschaften
oder das Aussehen der Vorlagen und Einlagen kaum geändert,
mit Ausnahme der Absoptionseigenschaften der Produkte.
Die
Anforderungen an gute Produkte steigen immer weiter, so dass
sich sogar schon Mathematiker damit beschäftigen und versuchen,
die perfekte Windel konstruieren. Windeln enthalten Superabsorber
und Zellulose, die so verteilt sein müssen, dass sie die Feuchtigkeit
optimal aufsaugen. Wie aber müssen die Absorber verteilt werden,
damit die Haut möglichst trocken bleibt? Die Mathematiker
verwandelen die Strömungs- und Absorptionsprozesse in mathematische
Gleichungen. Im Rechner veränderen sie dann die Verteilung
des Granulats so lange, bis sie die optimale Lösung gefunden
haben. Mit solchen Fragen beschäftigen sich heute auch Wirtschafts-
beziehungsweise Technomathematiker. Auch die Chemiker sind
nicht untätig, sie entwickeln immer bessere und noch saugfähigere
Superabsorber, damit die Produkte noch mehr an Tragekomfort
und Sicherheit bieten. Fast wie in der Automobilindustrie
werden die Neuentwicklungen schon am Computer entworfen, Anwendungsverhalten
und Trageeigenschaften simuliert, ehe überhaupt ein Prototyp
hergestellt wurde. Es ist schon beeindruckend, welcher Aufwand
heute getrieben wird, um gute Inkontinenzprodukte zu entwickeln.
Mit
der Einführung der Höschenwindeln die immer stärker den Markt
bei der Baby- und Inkontinenzversorgung beherschten, ging
die Entwicklung der Mehrwegprodukte stetig bergab. Zwar sind
die heutigen Mehrwegwindeln vom Schnitt her gesehen mit den
modernen Höschenwindeln vergleichbar, aber in punkto Saugfähigkeit
und Rücknässung können sie nicht mithalten. Das große Manko
der Mehrwegprodukte ist das Fehlen des Superabsorbers, der
aus den Höschenwindeln nichtmehr wegzudenken ist. Erst in
den letzten Jahren angespornt durch das umweltfreundliche
Denken einiger Eltern und Anwender der Inkontinenzprodukte
wird von den Herstellern zunehmend wieder mehr Energie in
die Entwicklung der Mehrwegprodukte gesteckt. So wurde von
einem großen Chemieunternehmen eine Kunstfaser im Prototyp
entwickelt, welche die Eigenschaften von Polymeren haben und
die aufgenommene Flüssigkeit auch sicher speichern können.
Die Entwicklung dieser Kunstfasern geht aber eher schleppend
vorran, da die Nachfrage an solchen Fasern zur Zeit noch sehr
gering ist.
Grundlegendes
Inkontinenz-Einlage
Saugende Produkte sind wohl die bekanntesten Hilfsmittel bei
Inkontinenz. Bereits im Babyalter machen wir unsere erste
Bekanntschaft mit dieser Produktfamilie. Später bedienen sich
Frauen, während der Menstruation, saugender Binden. Im Alter
werden dann Inkontinenz-Einlagen verwendet. Um ältere Menschen
nicht mit Kleinkindern gleichzusetzen, wird der Begriff 'Windel'
in diesem Zusammenhang mittlerweile nicht mehr verwendet.
Das
Angebot an saugenden Produkten ist riesig. Ihre Funktion ist
einfach aber effektiv. Saugende Produkte fangen die Flüssigkeit
auf und speichern sie im inneren. Durch sogenannte Superabsorber
wird die Flüssigkeit in Gel verwandelt, das ein Auslaufen
des Produkts verhindert. Zusätzlich zum Superabsorber kommen
heute in guten Inkontinenzprodukten, Auslaufsperren zum Einsatz.
Diese Barrieren, die auf der Oberseite des Produkts liegen,
korrigieren den Abstand zwischen dem Körper und dem Produkt.
Saugende Inkontinenzhilfen sind anders als Damebinden, speziell
auf Urin abgestimmt, damit eine sichere und schnelle Aufnahme
sichergestellt ist. Man unterteilt diese Produkte außerdem
in einteilige Systeme, also Inkontinenzslips und zweiteilige
Systeme bestehend aus Vorlage und Netzhose.
Der Grund ist einfach erklärt
Es
gibt sowohl mobile Patienten, die aktiv am Leben teilhaben,
aber auch bettlägerige Patienten. Da sich die Haut nicht mehr
so schnell regeneriert ist es wichtig, sie atmen zu lassen.
Außerdem spielt die schwere der Inkontinenz eine große Rolle,
da die Saugkapazitäten der Produkte begrenzt sind. Aus diesem
Grund hatte man für aktive, mobile Menschen ein zweiteiliges
System geschaffen, bei dem weniger abgedeckte Haut mit etwas
kleinerer Kapazität zur Verfügung steht und für liegende Patienten,
ein einteiliges System, um auch einen Bettschutz zu haben.
Die
Praxis hat aber gezeigt, dass auch mobile Patienten mehr zu
einteiligen Systemen übergehen, da sie im Alltag mehr an Sicherheit
bieten. Darüber hinaus sind seit kurzem auch die Trainers
für Erwachsene auf dem Markt, die ähnlich wie die Trainers
bei Kleinkindern aufgebaut sind. Ihr Einsatzgebiet beschränkt
sich bedingt durch die begrenzte Aufnahmekapazität auf die
Versorgung von leichter bis mittlerer Inkontinenz und bei
Stuhlinkontinenz.
Aufbau der Hilfsmittel
Der grundlegende Aufbau dieser Produkte ist im wesentlichen
gleich. Um die Wäsche von Verunreinigungen und Nässe zu schützen,
besitzen alle Produkte eine flüssigkeitsundurchlässige Außenschicht.
Sie besteht aus einer dünnen PP/PE-Folie. Neuere Produkte
haben eine atmungsaktive stoffähnliche Außenfolie. Im inneren
der Produkte befindet sich ein Gemisch aus Zellstoff und Superabsorber.
Moderne Produkte besitzen heute eine exzellente Flüssigkeitsverteilung
und somit auch ein sehr hohe Auslaufsicherheit. Über dem Zellstoff
befindet sich ein spezielles Vlies, das die Flüssigkeit noch
besser im inneren verteilt. Seitliche Auslaufbarrieren Verringern
zusätzlich ein Auslaufen von Urin und Stuhl. Alle Inkontinenzslips
sind Heute im Gegensatz zu Früher anatomisch geformt und haben
vielfach zusätzlich am Bauch und Rücken noch elastische Bündchen.
Die neuste Generation von Inkontinenzslips werden mit Hilfe
eines Bauchgurtes und Klettverschlüssen am Körper fixiert.
Superabsorber, ein Wunderpulver
Den
Vorteil moderner Superabsorber macht man sich auch bei den
Produkten für Erwachsene zu Nutze, sie saugen die Körperflüssigkeit
bis zum letzten Tröpfchen auf. Chemisch gesehen handelt es
sich dabei um langkettige und besonders quellfähige Polymere.
Obwohl sie bereits heute stundenlang wirken, ist die Grenze
des Möglichen noch nicht erreicht, meinen Forscher der führenden
Hersteller. Sie arbeiten daran, die Superabsorber weiter zu
optimieren.
Kapillarkräfte ziehen Flüssigkeit in die Polymerknäuel
Chemisch
sind Superabsorber vernetzte Polymere aus Acrylsäure. Die
nur 0,1 bis 0,8 Millimeter großen Körnchen sind kaum von Kochsalz
zu unterscheiden. Doch während sich das Salz unter Wasserzugabe
auflöst, nimmt das Polymer-Granulat die Flüssigkeit auf und
quillt. Und das in erstaunlichem Maße, bezogen auf das Eigengewicht
sind dies das 1000fache an destilliertem Wasser, das 300fache
an Leitungswasser oder das 50fache an Körperflüssigkeiten
wie etwa Urin. Durch Polymerisation werden die einzelnen Acrylsäure-Moleküle
(Monomere) zu einer möglichst langen Kette verknüpft. Wie
ein Wollknäuel, nur, dass der verschlungene Polymerfaden an
vielen Stellen mit sich selbst vernetzt wird.
Im
nächsten Produktionsschritt bilden sich durch die Reaktion
mit Natronlauge an den Ketten negative Ladungen aus, die durch
die positiv geladenen Natrium-Ionen kompensiert werden. Kommt
Wasser mit ins Spiel, so lösen sich die Natrium-Ionen darin,
und die negativ geladenen Stränge der Polymerkette stoßen
sich gegenseitig elektrostatisch ab. Das Polymernetz quillt
auf, Kapillarkräfte ziehen das Wasser in die entstehenden
zwischenmolekularen Hohlräume. Zusätzlich entsteht ein osmotischer
Druck, der Wasser in den Superabsorber hinein saugt. Die Absorptionskräfte
sind dabei so hoch, dass auch dann keine Flüssigkeit abgegeben
wird.
Leichter und Besser
Dass
Windeln um mehr als die Hälfte dünner und leichter wurden,
von über 220 Gramm Anfang der 80er Jahre auf heute nur noch
etwa 100 Gramm, ist ein Verdienst der Superabsorber. Das Verblüffende
ist, dass trotz der Gewichtsreduktion wurde die Windel immer
saugfähiger wurde. Den Forschern gelang dieser Coup, indem
sie neben der Saugfähigkeit des Granulats auch dessen Verteilungseigenschaft
für die Flüssigkeit optimierten. Ganze 25 Gramm an Superabsorber
reichen pro Windel aus, um die schwere "Last" zu
halten und selbst unter Druck fast nicht mehr abzugeben.
Mehrwegsysteme
Außer
den Einwegprodukten kommen verstärkt wieder die Mehrwegsysteme
auf den Markt. Durch neue Techniken und Werkstoffe sind die
Mehrwegprodukte in punkto Saugleistung schon nahe an den Einwegprodukten
heran gekommen. Mit Aufkommen der Einwegprodukte wurden die
Mehrwegsysteme fast ganz vom Markt verdrängt.
Der
Aufbau der Mehrwegprodukte ist im wesentlichen gleich wie
bei den Einwegprodukten, nur dass der Superabsorber fehlt.
Das Innenvlies leitet auch sehr schnell die Nässe nach innen
in den Saugkern, der aus speziellen hydrophilem Material besteht
und große Mengen an Flüssigkeit speichern kann. Die anatomische
Passform sowie die Innenbündchen ist wie bei den Einmalprodukten
vorhanden. Zum Schutz der Wäsche verfügen diese Produkte Außen
über ein PU-beschichtetes Material, das flüssigkeitsundurchlässig,
aber atmungsaktiv ist. Dadurch stehen diese Produkte in punkto
Sicherheit nichts den Einwegprodukten nach. Der einzige Nachteil
ist, dass sie Konstruktionsbedingt natürlich dicker sind und
somit weniger im Alltagsleben geeignet sind. Daher werden
die Mehrwegsysteme gerne zur Nachtversorgung verwendet.
Arten der Hilfsmittel
Vorlagen
/ Einlagen
Für leichte bis mittlere und sogar beschränkt bis schwere
Inkontinenz gibt es Vorlagen, Einlagen und Tropfenfänger in
verschiedenen Saugstärken und Größen. All diese Produkte haben
den Nachteil, dass ein zusätzliches Hilfsmittel zur Fixierung
verwendet werden muss. Da die Produkte überwiegend von Frauen
mit Belastungsinkontinenz verwendet werden, setzt auch die
Werbung auf diese Personengruppe.
Einlagen für Frauen
Die
Einlage saugt bei Frauen mit leichter Inkontinenz den Urin
zuverlässig auf und schliesst ihn ein. Sie ist unauffällig
und wird einfach wie eine Damenbinde in den Slip geklebt.
Dabei ist sie wesentlich zuverlässiger als eine Damenbinde,
da sie extra für Inkontinenz konzipiert wurde. Es gibt diese
Einlagen in verschiedenen Saugstärken.
Einlagen für Männer (Tropfenfänger)
Das
sind speziellen Produkte sind wie kleine Taschen geformt und
werden bei leichter Blasenschwäche, wie sie oft nach Prostataoperationen
auftritt, verwendet. Da die Saugkraft nur sehr gering ist,
bieten sie über einen längeren Zeitraum gesehen, keinen ausreichenden
Schutz. Diese Produkte werden mit Hilfe der Klebefläche in
der Unterwäsche fixiert, es sollte aber trotzdem eine spezielle
enganliegende Fixierhose verwendet werden.
Die klassische zweiteilige Vorlage
Vorlagen
sind ähnlich aufgebaut wie Slips, jedoch fehlt die Fixierung
am Körper. Hierzu werden meist Netzhosen, Fixierhosen oder
Gummihosen verwendet. Bei diesem Produkt ist das richtige
Anlegen besonders wichtig, um ein Auslaufen zu verhindern.
Die Vorlagen werden überwiegend bei mittlerer bis schwerer
Blasenschwäche verwendet und unterscheiden sich nur in der
Größe und der Saugkraft von den Einlagen. Vor allem Alten-
und Pflegeheime verwenden dieses veraltete System anstelle
von Inkontinenzslips, wenn Bewohner an mittlerer bis schwerer
Blasenschwäche leiden.
Die moderne einteilige Vorlage
Seit
einigen Jahren gibt es Vorlagen, welche mit Hilfe von Hüftgurten
fixiert werden. Hier sind Netzhosen, Fixierhosen und Gummihosen
überflüssig. Im Grunde haben sich 2 Systeme durchgesetzt.
Der Einweggürtel ist mit dem Produkt fest verbunden und wird
mit dem gebrauchten Produkt weggeworfen (z.B. Tena Flex™),
beim Mehrweggürtel liegen jeder Packung 2 Gurte bei, die aus
einem Gummiband bestehen und für mindestens die ganze Packung
verwendet werden können (z.B. Depends ®). Auch hier hat sich
gezeigt, dass der Schwerpunkt dieser Produkte bei der Versorgung
von Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen liegt.
Inkontinenztrainers (Schlupfform)
Die neuste Generation von saugenden Inkontinenzprodukten sind
die Schlupfform Inkontieneztrainers. Sie sind genauso aufgebaut
wie die Trainingwindeln für Kleinkinder. Die noch verwenden
Bezeichnungen sind Pullons und Pants. Diese Produkte werden
in unterschiedlichen Saugstärken und Größen angeboten.
Anders
als die klassischen Inkontinenzslips, die mit 4 bis 6 Klebestreifen
individuell am Körper fixiert werden, können die Schlupfformwindelhosen
wie normale Unterwäsche an- und ausgezogen werden. Da sie
eigentlich für Patienten mit leichter bis mittlerer Inkontinenz
entwickelt wurden, ist ihre Saugleistung nicht so hoch, als
wie bei den normalen Inkontinenzslips. Diese Art von Hilfsmitteln
werden meistens besser vom Patienten angenommen, als Inkontinenzslips
mit Klebebandverschluss. Das liegt daran, dass die Schlupfformtraines
normaler Unterwäsche ähnlicher ist.
Zum
wechseln des Produkt können die Seitennähte aufgerissen werden
(z.B.: Kolirbi ® Comtrain). Anschießend kann das Produkt wie
ein normaler Windelslip entsorgt werden.
Ein weiteres Einsatzgebiet dieses Hilfsmittel ist die Unterstützung
bei Toilettentraining und der Schutz vor "Unfällen"
bei intermittierenden Selbstkatheterismus. Im Regelfall liegt
daher der Bedarf nicht wesentlich höher als 2 Stück pro Tag.
Aber auch bei Kindern die Bettnässer sind, kommen die Trainers
(wie z.B. DryNites oder UnderJams) zum Einsatz. Sie werden
von den Kindern eher angenommen, weil sie nicht wie Windeln
aussehen. Das erleichtert auch die Behandlung des Bettnässens.
Inkontinenzslips
Inkontinenzslips sind im Prinzip genauso aufgebaut wie die
Babywindeln. Viele bezeichnen die Inkontinenzslips auch als
Höschenwindeln, Windelhosen, Windeln oder Pampers für Erwachsene.
Diese Bezeichnungen sind jedoch für die Betroffenen sehr verletzend
und diskriminierend. Um inkontinente Menschen nicht Kleinkindern
gleichzusetzen, sollten diese Begriffe nicht mehr verwendet
werden.
Inkontinenzslips
sind heutzutage Hightechprodukte. Der Superabsorber im Slip
ist zwar gut für Urin, aber bei Stuhl hat er kaum eine Wirkung.
Lediglich bei sehr dünnflüssigem Stuhl saugt er ihn teilweise
auf. Das Barrierensystem im Inkontinenzslip sorgt dafür, dass
das Auslaufen von Urin und Stuhl recht gut verhindert wird,
aber ganz kann es nicht ausgeschlossen werden. Durch die PE/PP-Außenfolie
und den Klebestreifen wird der Inkontinenzslip am Körper ohne
zusätzliche Hilfsmittel fixiert. Die Klebestreifen sind wiederverschließbar
und somit ist auch ein Toilettentraining möglich, ohne den
Slip nach dem Öffnen entsorgen zumüssen, wenn er noch nicht
beschmutzt wurde. Die Industrie geht teilweise dazu über,
anstatt der PE/PP-Außenfolie eine Art textiler Außenhaut mit
Klettverschlüssen zu entwerfen. Diese neue "Folie"
ist atmungsaktiv und somit besser für die Haut.
Die
neuste Generation der Inkontinenzslips haben teilweise schon
eine Innenbeschichtung, um Hautirritationenen (Dermatitis)
vorzubeugen bzw. um diese schneller abklingen zu lassen. Zu
diesem Zweck wird das Innenvlies mit Panthenol beschichtet.
Um die Haut besser mit Sauerstoff zu versorgen, wird eine
atmungsaktive Außenfolie verwendet. Untersuchungen haben gezeigt,
dass dadurch Hautirritationen wirksam reduziert werden kann.
Durch
die hohe Saugkraft der modernen Inkontinenzslips werden sie
bei schwerer und schwerster Inkontinenz verwendet. Auch zur
Nachtversorgung bei mittlerer Inkontinenz kommen diese Slips
zum Einsatz. Da diese Produkte eine sehr hohe Sicherheit bieten,
werden sie gerne von mobilen Patienten im Alltag getragen.
Anwendungshinweise
Hat der Patient "sein" Inkontinezhilfsmittel gefunden,
so sind bei der Anwendung einige Grundregeln zu beachten.
Diese Regeln beziehen sich sowohl auf das Anlegen und Ablegen
des Inkontinenzhilfsmittels als auch auf die Hautpflege des
Betroffenen. Nach Möglichkeit sollte der Patient sich weitgehenst
selbst versorgen können, um eine gewisse Unabhängigkeit zu
schaffen und sein Selbstvertrauen zu steigern. Der Patient
sollte dabei in der richtigen Handhabung des Hilfsmittels
unterwiesen werden, auch in Bezug auf seine Hautpflege.
Anlegetechniken
Es gibt verschiedene Techniken, um einen Inkontinenzslip gut
sitzend anzulegen, dabei unterscheiden sich die Anlegetechniken
in drei unterschiedlichen Körperhaltungen. Der Inkontinenzslip
wird entweder im Stehen, im Sitzen oder im Liegen angelegt,
wobei die Variante "im Liegen" fast ausschließlich
bei Säuglingen und Kleinkindern oder bei schwer pflegebedürftigen
Patienten verwendet wird. Nachdem alle benötigten Utensilien
bereit gelegt wurden und nach erfolgter Intimpflege kann der
Inkontinenzslip angelegt werden:
Im
Liegen bei Säuglingen und Kleinkindern
Zunächst wird die Höschenwindel auseinander gefaltet, mit
der Hand am oberen und unteren Ende festgehalten und etwas
auseinandergezogen. Dadurch bildet sich eine Art Rinne in
Längsrichtung aus, die einen besseren Sitz und eine bessere
Verteilung der Flüssigkeit bewirkt. Nun werden die Beine des
Säuglings oder des Kleinkindes mit einer Hand nach oben gehalten
und mit der anderen Hand die Höschenwindel soweit unter das
Gesäß geschoben bis der hintere Rand der Windel auf Höhe der
Hüfte liegt, wobei die Klebestreifen nach hinten zeigen. Jetzt
werden die Beine wieder gesenkt und das Vorderteil der Höschenwindel
zwischen den Beinen hindurch nach vorne gezogen. Nun wird
die Windel mit einer Hand straff in der Beinbeuge hochgezogen
und mit der anderen Hand der erste Klebestreifen verschlossen.
In gleiche Weise wird mit dem anderen Klebestreifen verfahren
so dass die Windel eng am Körper anliegt. Es ist aber dabei
darauf zu achten, dass die Beinbündchen nicht zu fest einschnüren,
was sonst zu Druckstellen führen würde.
Im Liegen bei Erwachsenen
Wie auch schon bei der Anlegetechnik für Säuglinge und Kleinkindern
beschrieben, wird zunächst der Inkontinenzslip auseinander
gefaltet, mit der Hand am oberen und unteren Ende festgehalten
und etwas auseinandergezogen. Dadurch bildet sich eine Art
Rinne in Längsrichtung aus, die einen besseren Sitz und eine
bessere Verteilung der Flüssigkeit bewirkt. Zuerst dreht sich
der Patient mit leicht angewinkelten Beinen auf die Seite.
Nun wird der Inkontinenzslip so neben den liegenden Patienten
plaziert, dass die hintere obere Kante in Höhe der Hüfte zum
liegen kommt. Jetzt dreht sich der Patient wieder in die Rückenlage,
wobei er nun auf dem Slip liegt. Als nächstes wird das Vorderteil
des Inkontinenzslips zwischen den Beinen hindurch in einer
Zickzack-Bewegung nach oben gezogen, so dass die Beinbündchen
sauber in der Leistengegend zum Liegen kommen. Nun wird mit
der einen Hand eine Vorderseite des Slips fest in der Leiste
gehalten und mit der anderen Hand die Hinterseite mit den
Klebestreifen nach vorne gezogen. Jetzt werden zuerst die
unteren Klebestreifen leicht schräg nach oben auf der Vorderseite
des Inkontinenzslips befestigt. Im Anschluss daran werden
die oberen Klebestreifen leicht schräg nach unten auf das
Vorderteil des Slips geklebt, wobei auf einen strammen Sitz
geachtet werden soll.
Benennung
der Hilfsmittel
Körpernah getragene Einweg-Vorlagen, Einweg-Krankenunterlagen,
am Körper getragene Mehrweg-Vorlagen, Mehrwegunterlagen sollten
nicht als Windel gegenüber dem alten Menschen oder der/dem
PatientIn benannt werden. Das Wort Windeln sollte aus ethischen
Gründen, aus Respekt vor der erwachsenen Person und zur Erhaltung
ihres Selbstwertgefühls, nicht benutzt werden. Einlage oder
das früher für die Vorsorge bei der Regel verwendete Wort
"Binde" bieten sich als neutrale Lösung an.
Dies
kann unabhängig von der korrekten Produktbezeichnung in der
Dokumentation oder im Bestellwesen erfolgen.
Hautpflege
Die Haut von inkontinenten Personen wird durch den ständigen
Kontakt mit Urin und auch Stuhl erheblich belastet. Die Folge
davon können häufig Hautreizungen sein, das bis hin zu Hauterkrankungen
wie Dermatitis oder Dekubitus geht. In besonderem Maße ist
die Haut von älteren Patienten betroffen, da sie sich nicht
mehr so schnell regenerieren kann. Daher wird bei der Betreuung
von inkontinenten Menschen eine sorgfältige Hautpflege besonderer
Bedeutung beigemessen. Um Hautreizungen oder gar Hauterkrankungen
bei den Betroffenen vorzubeugen, kommt neben einem regelmäßigen
Wechsel der Inkontinenzhilfsmittel vor allem der sorgfältigen
Reinigung und Pflege der Haut eine besondere Bedeutung zu.
Dabei sollten nur Reinigungs- und Pflegeprodukte eingesetzt
werden, die pH-neutral sind und daher den Säureschutzmantel
der Haut nicht zusätzlich angreifen. Es gibt speziell für
die Hautreinigung bei inkontinenten Menschen entwickelte Produkte.
Moderne
Produkte sind alkalifreie und hautneutrale Seifen oder Waschlotionen,
die rückfettende Substanzen enthalten und so das Austrocknen
der Haut verhindern. Bei einer Stuhlinkontinenz, hat sich
zur Reinigung und zum Ablösen der Stuhlreste ein Reinigungsschaum
bewährt. Dieser Schaum ist in der Lage, selbst stark verschmutzte
Hautpartien schnell und schonend zu reinigen. Nachdem die
Haut im Genital- und Analbereich gereinigt und gut abgetrocknet
wurde, sollte sie mit speziellen Hautschutzprodukten eingecremt
werden, um sie vor äußeren Einflüssen zu bewahren. Weniger
gut geeignet sind Melkfett oder Vaseline, welche früher häufig
eingesetzt wurden.
Nach
Möglichkeit sollte nicht sofort ein frisches Inkontinenzhilfsmittel
angelegt werden, um etwas Frischluft an die Haut kommen zu
lassen. Das fördert die Regeneration der Haut und beugt auch
Dermatitis vor. Der Patient kann dabei je nach Inkontinenzart
auch für eine gewisse Zeit auf einer saugfähigen Krankenunterlage
sitzen.
Mobile
Patienten können die Haut auch mit Feuchttüchern wie es sie
z.B. von Pampers® gibt, ihre Haut beim wechseln des Inkontinenzhilfsmittels
verwenden. Diese Feuchttücher enthalten auch Stoffe, die einen
Schutzfilm auf der Haut bilden und so Hautreizungen vorbeugen
helfen. Natürlich sollte auch hier nach möglichkeit mindestens
einmal am Tag die Haut mit Wasser und pH-neutralen Pflegemitteln
gereinigt werden. Der Vorteil für mobile Menschen liegt darin,
dass sie diese Feuchttücher zusammen mit ihren Inkontinenzhilfsmitteln
sehr leicht transportieren können und trotzdem auf eine gute
Hautreinigung nicht verzichten müssen. Übrigens gibt es auch
die Reinigungsschäume auch in kleinen handlichen Spraydosen,
die in fast jede Tasche passen.
Aufbau der Einmaleinlagen, -windeln
Die Höschenwindel ist eine spezielle Art der Windel, die nach
einmaligem Gebrauch weggeworfen wird. Als Gattungsname für
diese Produkte ist der Markenname einer Herstellerfirma (Pampers)
verbreitet.
Die
Höschenwindeln haben seit ihrer Markteinführung starke Veränderungen
durchlaufen. Seit der Einführung haben sich Aussehen und Aufbau
der heute 30 bis 50 Gramm, zu Beginn rund doppelt so schweren
Windeln, stark verändert. Glichen die ersten Modelle noch
einem Rechtecktuch, das anfänglich noch mit Sicherheitsnadeln
anstelle von Klebebändern befestigt werden musste, erinnern
sie heute eher an ganz normale Unterwäsche. Während Einwegwindeln
zunächst nur aus dicken Zellstofflagen mit einer Umhüllung
aus Folie auf der einen Seite und Zellstoff oder Kunststoffvlies
auf der anderen bestanden, so sind die modernen Varianten
aus zwei bis drei Dutzend Komponenten zusammengesetzt.
Einführung
der Superabsorber
Durch die permanente Erhöhung der Saugfähigkeit durch immer
mehr Zellstoff im Windelkern wurden die Höschenwindeln aber
auch immer dicker, was sich negativ auf den Tragekomfort und
den Zellstoffbedarf sowie auf Packungsgröße und Gewicht auswirkte.
Um dieses Problem zu lösen, reichten die beiden Chemiker Carlyle
Harmon (beschäftigt bei Johnson & Johnson) und Billy Gene
Harper (beschäftigt bei Dow Chemical) im Jahre 1966, ohne
von einander zu wissen, nahezu identische Patente ein. Diese
basierten auf der Idee, das Problem durch Verwendung eines
besonderen Polymers zu lösen, das zu kleinen Flöckchen geschreddert
wird und die bemerkenswerte Eigenschaft aufweist, Wasser bis
zur dreihundertfachen Menge seines eigenen Gewichts aufnehmen
zu können. Billy Gene Harper und sein Team beschrieben in
ihrer Patentanmeldung, wie sie etwa zwei Gramm dieses Polymers
zwischen zwei quadratische Tücher aus feinem Nylongewebe verteilten
und die Tücher dann miteinander verbunden hatten. Diese "Windel"
wurde anschließend an einem rund sechs Monate alten Säugling
praktisch erprobt. Etwa vier Stunden nach dem Anlegen wurde
die "Windel" wieder abgenommen und gewogen. Sie
brachte jetzt gut 120 Gramm auf die Waage, die Flocken hatten
etwa das sechzigfache ihres Eigengewichts an Urin aufgenommen.
Billy Gene Harper und Carlyle Harmon gelangten beide damit
zum Schluss, das Saugfähigkeitsproblem lasse sich nicht dadurch
lösen, dass man die Höschenwindeln mit immer dickeren Papierfaserwulsten
auspolsterte. Eine Handvoll des Polymers würde diese Aufgabe
besser erledigen können.
Diese
Patente von Carlyle Harmon und Billy Gene Harper waren die
eigentliche Geburtsstunde der modernen Höschenwindeln. Es
dauerte aber noch einige Jahre, bis diese Patente wirklich
in den Höschenwindeln ihren Einsatz fanden. Etwa 1987 wurde
der Superabsorber bei den Höschenwindeln für Babys eingeführt
und einige Jahre später dann auch in den Höschenwindeln für
Erwachsene. Das Verblüffende ist, dass trotz der Gewichtsreduktion
und der damit verbundenen Verkleinerung der Dicke des Saugmaterials
die Höschenwindeln immer saugfähiger werden. Den Forschern
gelang diese Entwicklung, indem sie neben der Saugfähigkeit
des Granulats auch dessen Verteilungseigenschaft für die Flüssigkeit
optimierten. Etwa ein Teelöffel voll Superabsorber reicht
pro Windel aus, um die schwere "Last" zu halten
und selbst unter Druck fast nicht mehr abzugeben.
Bis
heute ist noch immer nicht bis ins Letzte geklärt, wie diese
Polymere genau funktionieren. Man weiß aber, dass diese Polymere
unter dem Mikroskop wie ein dicht zusammengelegtes Fischernetz
aussehen. Einer Wassermenge ausgesetzt, entfaltet sich das
Polymer ähnlich wie ein ins Meer geworfenes Fischernetz, wobei
sich das Wasser in den Maschen festsetzt. Eines der Hauptprobleme,
mit denen sich die Entwickler der Höschenwindeln auseinandersetzen
müssen, ist der Salzgehalt des Urins. Da die Salze die Entfaltung
des Netzes hemmen, können diese Polymere bei Urin nur ein
Zehntel der Menge an Flüssigkeit aufnehmen, die sie bei Trinkwasser
schaffen würden. Ziel der Entwickler ist es, das Salz aus
dem Urin zu entfernen und somit die Speichereigenschaften
der Polymere zu erhöhen.
Aufbau der Höschenwindeln
Der Aufbau der Höschenwindeln ist bei allen Herstellern fast
gleich und unterscheidet sich nur in Details. Sie besitzen
alle einem Saugkern, der auf der Innenseite von einem Trockenvlies
und auf der Außenseite von einer wasserdichten Kunststofffolie
als Wäscheschutz umhüllt ist. Zur Fixierung der Höschenwindel
am Körper sind an den Seitenteilen Klebe- oder Klettverschlüsse
angebracht, die mehrfach wiederverschlossen werden können.
Für die Herstellung der Höschenwindeln werden heute keine
PVC-Folien und keine Materialien, die Latex enthalten, mehr
verwendet. Moderne Höschenwindeln wiegen im Durchschnitt etwa
50 Gramm (Babywindeln) bzw. 120 Gramm (Erwachsenenwindeln)
und bestehen hauptsächlich aus Zellstoff (ca. 60%), Superabsorber
(ca. 15%), Polypropylen (ca. 11%), Polyethylen (ca. 7%) und
zu 7% aus anderen Stoffe wie etwa Klebstoffe, Klebe- bzw.
Klettverschlüsse, Lycrafäden und Nässeindikator.
Der Wäscheschutz
Die Außenfolie einer Höschenwindel soll seinen Träger vor
nasser Kleidung bzw. einem nassen Bett schützen. Früher wurde
eine PVC-Folie als Wäscheschutz verwendet, die aber schon
bald durch Polyethylen-Folien ersetzt wurde, da das Polyethylen
im Gegensatz zum PVC (Polyvinylchlorid) keine Weichmacher
an seine Umgebung abgibt. Polyethylen-Folien werden in unterschiedlichen
Materialstärken eingesetzt, wobei die Folien immer dünner
wurden, sich weicher anfühlen und auch weniger Geräusche bei
Bewegung (rascheln) abgeben als früher.
Eine
Neuerung, die sich schon bald bei fast allen Herstellern durchsetzte,
sind die atmungsaktiven Folien mit textilähnlicher Oberfläche.
Heute finden sich kaum noch Höschenwindeln für Säuglinge und
Kleinkinder auf dem Markt, die mit einer normalen Polyethylen-Folie
versehen ist. Auch immer häufiger werden die atmungsaktiven
Folien mit textilähnlicher Oberfläche bei Höschenwindeln für
Erwachsene eingesetzt. Im Vergleich zu normalen Polyethylen-Folien
sind die atmungsaktiven Folien wasserdampf- und luftdurchlässig
aber trotzdem wasserdicht. Diese Folien geben etwa 2 bis 4
Prozent der gespeicherten Flüssigkeit in Form von Wasserdampf
innerhalb von 24 Stunden an ihre Umgebung ab. Dieser Umstand
führt dazu, dass sich die Außenschicht dieser Folien manchmal
etwas feucht anfühlt und bei langem Sitzen auf einem Stuhl
auch schon einmal feuchte Stellen hinterlassen kann.
Die Bündchen
Bereits 1976 wurden elastische Beinbündchen eingeführt, die
sich eng an die Beine anschmiegen. Die Beinbündchen werden
durch 2 bis 4 parallel zueinander laufende Lycrafäden gebildet.
Die Lycrafäden sind sehr dehnfähig und können um bis zu 400%
ihrer ursprünglichen Länge gedehnt werden, ehe sie brechen.
Danach wurden elastische Innenbündchen eingeführt, die einen
zusätzlichen Auslaufschutz an den Beinabschlüssen gewährleisten.
Für die Innenbündchen werden ebenfalls Lycrafäden verwendet.
Dazu kamen zusätzliche elastische Bündchen am Bund und der
Rückenpartie, die eine zusätzliche Sicherheit gegen Auslaufen
der Höschenwindel bieten.
Der Verschluss
Der Verschluss der Höschenwindel erfolgt auf zweierlei Arten,
durch seitliche Verschlüsse, wie sie häufig bei Höschenwindeln
für Erwachsene verwendet werden, oder durch ein Fronttape,
das fast ausschließlich bei Höschenwindeln für Säuglinge und
Kleinkinder eingesetzt wird. Durch die Einführung von wiederverschließbaren
Klebe- oder Klettverschlüssen wurde dem Anwender die Möglichkeit
gegeben, die Höschenwindel mehrfach zu öffnen und wieder zu
verschließen.
Der Nässeindikator
Der Nässeindikator wird überwiegend bei Höschenwindeln für
Erwachsene verwendet, aber auch einige Höschenwindeln für
Säuglinge und Kleinkinder besitzen einen. Es gibt zwei Möglichkeiten,
ein Einnässen der Höschenwindel anzuzeigen. Zum einen können
Farbstreifen verwendet werden, die bei Kontakt mit Urin ihre
Farbe, zumeist in Blau, ändern oder sich aber auflösen. Neuere
Nässeindikatoren bestehen zumeist aus einem Aufdruck, wie
er von Tintenstrahldruckern her bekannt ist. Das hat zudem
den Vorteil, dass Herstellerinformationen wie etwa die Saugstärke
oder das Herstellungsdatum des Produktes mit aufgedruckt werden.
Beim Einnässen der Höschenwindel verschwimmt die Beschriftung
und zeigt einen notwendigen Wechsel an.
Das Innenvlies
Das Trockenvlies der Einwegwindel basiert auf einer Kunstfaser
aus Polyester, die so konzipiert ist, dass sie selbst keine
oder kaum Flüssigkeit aufnimmt, aber die Flüssigkeit ohne
Probleme in den Saugkern hindurchlässt. Da das Trockenvlies
selbst nicht saugfähig ist, bleibt die Flüssigkeit im Saugkern
gebunden und die Haut des Babys relativ trocken.
Der Saugkern
Der Saugkern bildet das zentrale Element der Einwegwindel
und wiegt bei der Pampers® je nach Höschengröße zwischen 30
und 60 Gramm. Damit macht er etwa 70 Prozent des Gewichts
der ganzen Windel aus. Er besteht im Wesentlichen aus verschiedenen
Zellstofflagen unterschiedlicher Faserqualitäten sowie dem
dort eingelagerten Superabsorber. Letzterer besteht aus kleinen
hygroskopischen Kunststoffkügelchen aus Polyacrylaten, die
sich bei Aufnahme von Flüssigkeit in ein Gel verwandeln, in
dem die Flüssigkeit fest gebunden ist. Erst mit der Erfindung
des Superabsorbers konnten die Höschenwindeln immer größere
Mengen an Flüssigkeit speichern, ohne sie unter Belastung
wieder an die Haut des Babys abzugeben. Moderne Superabsorber
können bis zum 500-fachen (demineralisiertes Wasser) des eigenen
Gewichtes unter Druck speichern; bei Urin liegt der Wert nur
bei etwa dem 50-fachen.
Der
Saugkern der Höschenwindeln verschiedener Hersteller unterscheidet
sich v.a. in der Menge und Verteilung des Superabsorbers im
Saugkörper und dem Aufbau und der Dicke der einzelnen Zellstofflagen
und deren Schichtung sowie in seiner äußeren Form. Der genaue
Aufbau des Saugkörpers stellt damit den entscheidenden Teil
der herstellerspezifischen Rezeptur der Windel dar, der als
Firmengeheimnis streng gehütet wird. Neben dem Tragekomfort
und Sitz hängt davon v. a. ab, welche Menge an Flüssigkeit
und wie schnell sie von der jeweilige Windelmarke aufgenommen
und sicher gespeichert werden kann.
Inkontinenzeinlagen für Erwachsene
Eine stark steigende Nachfrage läßt sich im Bereich für Erwachsene
festzustellen, was v. a. auf die zunehmende Alterung der Bevölkerung
zurück zuführen ist. Der Bedarf an "Inkontinenzprodukten"
(Hilfsmittel bei Harn- bzw. Stuhlinkontinenz) in den Alten-
und Pflegeheimen steigt immer weiter an. Das hat einen großen
deutschen Hersteller, die Paul Hartmann AG dazu bewogen, die
Produktion von Babywindeln (Fixies) an den frz. Konzern NovaCare
zu verkaufen und nur noch die Höschenwindeln für Erwachsene
(Molicare) selbst zu produzieren. Zunehmend werden solche
Inkontinenzhilfsmittel bei noch mobilen inkontinenten Menschen
verwendet, da sie im Vergleich zu Vorlagen sicherer am Körper
fixiert werden können und damit eine größere Sicherheit vor
"Unfällen" im Alltag garantieren. Andere, kleine
Personengruppen, die -aus anderen Gründen- davon Gebrauch
machen, sind Astronauten und Wachsoldaten.
Kostenvergleich von Stoff- und Einwegwindeln
Hinsichtlich der Kosten sind Mehrwegwindeln über die gesamte
Wickelzeit gerechnet die preiswertere Lösung, auch dann wenn
man in den Vergleich die Kosten für Wasser, Strom und Waschmittel
bei Stoffwindeln einerseits und die höheren Müllgebühren bei
Einwegwindeln andererseit mit einrechnet. Abschreckend für
viele Eltern sind aber die zunächst hohen einmaligen Anschaffungskosten
für Stoffwindeln plus Windelhosen in Form vom Gummihosen,
Schafwollhosen o.ä., und insbesondere für integrierte Systeme,
die ähnlich wie Höschenwindeln zu handhaben sind. Ein weiterer
Grund, der sich immer mehr zu gunsten von Einwegwindeln bemerkbar
macht, sind die stetig steigenden Energiekosten im privaten
Haushalt, während die Kosten für die Einwegwindeln deutlich
geringer anstiegen. Anders sieht es aus, wenn mehrere Wickelkinder
im Haushalt leben, dann haben nach wievor die Mehrwegsysteme
die Nase vorne.
Die Umweltbilanz von Stoff- und Einwegwindeln
Unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes werden Einwegwindeln
von vielen Menschen kritisch gesehen. Den Vorteilen in der
Handhabung steht das Müllproblem gegenüber. Nach Angaben des
Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland besteht der
Restmüll in reinen Wohngebieten mittlerweile etwa zur Hälfte
aus Einwegwindeln. Diese Windelberge lasten bundesweit alleine
die Kapazität von sieben Müllverbrennungsanlagen aus. Bis
ein Kind zuverlässig trocken ist, werden durchschnittlich
6000 Einwegwindeln gebraucht. Diese Menge entspricht über
1.000 Kilogramm, also mehr als eine Tonne Restmüll, wovon
allerdings korrekter weise das Gewicht des in der Windel enthaltenen
Urins und Stuhls abgezogen werden muss, da diese andernfalls,
bei Verwendung von waschbaren Mehrwegsystemen, über die Kanalisation
entsorgt werden und bei der Abwasserreinigung in Form von
Klärschlamm wiederum als Abfall anfallen.
Stoffwindeln
plus Windelhöschen gelten daher gemeinhin als umweltfreundliche
Alternative zur Einwegwindel. Allerdings haben die bisherigen
Studien bzgl. der Umweltauswirkungen keinen eindeutigen Vorteil
für das eine oder das andere System festgestellt. Einwegwindeln
bedingen neben der großen, bisher nicht wiederverwertbaren
Abfallmenge, auch Rohstoff-, Energieverbrauch und Emissionen
für Herstellung und Verteilung. Insbesondere die Produktion
des Zellstoffs ist meist mit erheblicher Luft-und Gewässerbelastung
und mit Umweltzerstörung durch Holzrodungen verbunden. Dem
gegenüber stehen bei Stoffwindeln der erhöhte Energie-, Wasser-
und Waschmittelverbrauch für das Waschen, sowie auch die Umweltschäden
durch den Baumwollanbau. Dieser erfolgt zumeist mit einem
hohen Maß an Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger und erfordert
große Mengen an Wasser für die Bewässerung, das in den meisten
Anbaugebieten, da in arriden Zonen gelegen, sehr knapp ist.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden jedoch vielfach
in Zweifel gezogen, da die Studien von den Herstellern der
Einwegwindeln in Auftrag gegeben wurden und die zugrundeliegenden
Annahmen z.T. fragwürdig erscheinen. So wird von Kritikern
etwa behauptet, dass einerseits der angenommene Bedarf bei
Einwegwindeln nur halb so hoch ist wie der tatsächliche Verbrauch,
während andererseits bei Stoffwindel eine überhöhte Zahl von
Windelwechseln zugrunde gelegt wurde. Auch wurde in den Studien
beispielsweise angenommen, dass die Eltern zum Trocknen der
Stoffwindeln grundsätzlich einen Wäschetrokner benutzen, was
nicht den Tatsachen entspricht, sich in der Bilanz aber mit
einen erheblichen zusätzlichen Energieverbrauch niederschlägt.
Einwegwindeln mit ungebleichtem Zellstoff
Derzeit bietet ein Hersteller Höschenwindeln mit dem Namenszusatz
Öko an, für die ungebleichter Zellstoff verwendet wird. Die
Bleichung von Zellstoff stellt nach wie vor eine Umweltbelastung
dar, wenn auch durch den Verzicht auf Elementarchlor, und
z.T. auch schon Chlorverbindungen, in deutlich geringerem
Maße als früher. Vor allem aber reduziert sich die Zellstoffmenge
bei diesem Vorgang um rund 10%. So wird durch den Einsatz
von ungebleichtem Zellstoff der Holzbedarf zunächst verringert.
Ob der Zellstoffverbrauch für Windeln dadurch aber insgesamt
geringer ausfällt, ist fraglich, da ungebleichter Zellstoff
wesentlich weniger saugfähig ist als der vom Holzbestandteil
Lignin gereinigte Weiße. Möglicherweise wird die Windel deshalb
etwas öfter gewechselt, möglicherweise wird deshalb auch ein
dickerer Saugkern mit mehr Zellstoff in die Windel eingebaut.
Bei der in Rede stehenden Windelmarke wird auf Grund der Problematik
mit der Saugfähigkeit daher auch ein größerer Anteil gebleichter
Zellstoff beigemischt.
Der
Einsatz von Recyclingfasern aus Altpapier ist im Übrigen aus
hygienischen Gründen unzulässig, und ist auf Grund der vielen
in den unterschiedlichen Papiersorten eingesetzten Zusatzstoffe
und einiger Bestandteile der Druckfarben problematisch.
Hinsichtlich
der Abfallproblematik und des Wertstoff-Recyclings bietet
die Windel mit ungebleichtem Zellstoff keine Vorteile. Auch
wenn der Hersteller sich bemüht hat den Kunststoffanteil zu
reduzieren, und ein Vlies aus Zellstoff einsetzt, eine Kompostierung
der Windel ist nach wie
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